Das bedeutendste Denkmal des Schlosses befindet sich nicht innerhalb seiner Mauern, sondern zu seinen Füßen: ein lebendes Monument – eine uralte Weinrebe, die größte und wohl auch älteste Rebe der Welt.
Nach Recherche lokaler Überlieferungen müsste sie rund 600 Jahre alt sein. Der Südtiroler Historiker Luis Oberrauch dokumentierte dies 1980 in seinem Beitrag Le nostre viti di casa im Schlernheft (Ausgaben 4–5) und beschrieb detailliert ihren Standort sowie ihre beeindruckende Laubfläche von über 350 m².
Im Jahr 2004 wurde ihr Alter anhand von dendrochronologischen Untersuchungen durch Prof. Dr. Martin Worbes von der Universität Göttingen neu bewertet. Die wissenschaftlichen Untersuchungen ergaben damals ein Alter von mindestens 350–380 Jahren.
Das übliche Verfahren, bei dem zunächst Proben entnommen und anschließend die jährlichen Wachstumsringe bestimmt werden, gefolgt von einer C14-Analyse des Kernholzes, erwies sich aufgrund des weit fortgeschrittenen Verfalls im Inneren des Stammes schon bald als nicht durchführbar. Um die Pflanze nicht weiter zu schädigen, wurde daher ein anderer Ansatz gewählt. Eine teilweise Probenentnahme und die präzise Messung des Durchmessers des Hauptstammes ermöglichten dennoch eine Altersschätzung, die durch weitere Untersuchungen ergänzt wurde.
Parallel dazu lieferten Proben aus einem historischen Weinberg, die vom Südtiroler Weinmuseum in Kaltern zur Verfügung gestellt wurden, Vergleichsmaterial zur Bestimmung der Wachstumsintensität der Rebe während der vorangegangenen 120 Jahre.
Es handelte sich somit um eine komplexe und umfangreiche Untersuchung, die keine exakte Datierung, wohl aber eine fundierte Altersschätzung ermöglichte. Daher bleibt die Möglichkeit offen, dass die Rebe tatsächlich noch älter ist.